Geschichte des Deutschen Dorfes

DIE REISE INS DEUTSCHE DORF

German Village ist ein historisches Viertel südlich der Innenstadt von Columbus, Ohio. Ursprünglich 1814 im South End von Columbus angelegt, entwickelte sich das German Village hauptsächlich zwischen 1840 und 1914. Es wurde Mitte der 1800er Jahre hauptsächlich von deutschen Einwanderern besiedelt. Die deutschstämmige Bevölkerung machte einst bis zu einem Drittel der Bevölkerung der gesamten Stadt Columbus aus.

Deutsche Einwanderer, die in den 1850er Jahren im South End ankamen, fühlten sich sofort heimisch: In den Geschäften, Schulen und Kirchen wurde deutsch gesprochen; ihre Häuser waren solide, aber unprätentiös. Nach der Arbeit entspannten sich Bäcker, Steinmetze, Ladenbesitzer, Zimmerleute, Gerber, Maurer und Brauereiarbeiter in nahe gelegenen Biergärten. Die meisten gehörten Turn- und Gesangsvereinen an. Dieses einfache, aber unverwechselbare Arbeiterviertel war ein kleines Stück Deutschland.

URSPRÜNGE

1796 bewilligte der Kongress die Refugee Lands für Personen, die die koloniale Sache in der amerikanischen Revolution unterstützt hatten. Im Jahr 1802 beanspruchte ein Veteran der Amerikanischen Revolution namens John McGowan 328 Acres, den größten Teil des späteren German Village. Als deutsche Einwanderer eintrafen, verkaufte McGowan Grundstücke an sie. Bis 1814 hatte das German Village, das ursprünglich „die alte Südspitze“ hieß, seine Wurzeln gefunden, und deutsche Einwanderer trugen zum Bau des ersten Staatshauses bei.

Bis 1830 kam es zu einer massiven deutschen Einwanderung in die Stadt. Diese South Enders hatten wenig Zeit oder Geld für Extras. Die Lokalzeitung „Der Westbote“ beschrieb dies im Jahr 1855: „Die Menschen, die in diesen kleinen Häusern wohnen, arbeiten sehr hart. Sie werden kein Silber an den Türen finden, dafür aber viele kleine Gärten, in denen Gemüse für den Markt der Stadt angebaut wird. Sie werden keine Seide oder andere sehr teure Dinge finden; aber die Häuser sind sehr sauber, die Menschen arbeiten hart und sind sehr gesund und sie sind sehr glücklich.“

DIE FRÜHE ARBEIT DER DEUTSCHEN DORFGESELLSCHAFT

Die Stadt Columbus erkannte die Aktivitäten der Denkmalpflege im South End offiziell im Juli

1960, indem sie das Gebiet in German Village umbenannte. Besorgten Bürgern gelang es, die historische Architektur des Viertels vor dem Abriss zu bewahren, indem sie sich im selben Jahr erfolgreich für eine lokale Kommission einsetzten. Die German Village Commission und der German Village Historic District wurden 1963 durch die Verordnungen Nr. 976-60 und 1221-60 eingerichtet. Die German-Village-Kommission hat die Befugnis, über äußere Veränderungen an Gebäuden zu entscheiden.

In den frühen 1960er Jahren setzte sich die German Village Society für eine Umwidmung des gesamten Gebiets ein. Es wurde von Produktions- und Gewerbegebiet in AR-1, Wohngebiet mit hoher Dichte, umgewandelt. Diese Klassifizierung schloss industrielle Nutzungen aus und schränkte gewerbliche Nutzungen ein.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der Kommission wirkte sich in kürzester Zeit positiv auf das Dorf aus. Den Baugenehmigungsunterlagen zufolge haben die Eigentümer und Investoren im Jahr 1962 Verbesserungen im Wert von über 1 Million Euro vorgenommen. Zu dieser Zeit hatten einige Gebäude Preisschilder von unter 5.000 Euro.

1963 verabschiedete der Stadtrat von Columbus Kapitel 3325 des Columbus Zoning Code und schuf damit den German Village Historic District. Mit dieser Verordnung erhielt die German Village Commission auch die Befugnis zur Überprüfung des Designs. Damit wurde das Dorf zu einem der wenigen historischen Bezirke in den USA, die über ein Gremium zur Überprüfung der Architektur verfügen, um den Charakter des Viertels zu erhalten.

Der Verein beantragte außerdem die Aufnahme in das National Register of Historic Places, die am 30. Dezember 1974 erfolgte.  Die German Village Society hat derzeit fast 1.000 denkmalbewusste Mitglieder, die sich für den Erhalt der historischen Qualität der Gebäude und des Viertels einsetzen. Daher gilt German Village heute als eine der begehrtesten Wohngegenden der Stadt, wenn nicht sogar als die erste Wohngegend in Columbus.  Seit 1960 wurden mehr als 1.600 Gebäude restauriert, und das Viertel gilt als eines der besten Restaurierungsviertel der Welt. Am 28. November 1980 wurden seine Grenzen auf die heutige Fläche von 233 Hektar erweitert. In den 1980er Jahren waren die Restaurierungsarbeiten nahezu abgeschlossen.

HEUTE

Heute ist German Village ein Modell für die Erhaltung und Wiederbelebung von Stadtvierteln – eine landesweit anerkannte Erfolgsgeschichte. Der Durchschnittspreis für ein Haus in diesem Viertel beträgt 377.450 Euro, und einige Häuser liegen weit über 1 Million Euro. Das Dorf verfügt über ein einziges Gewerbegebiet entlang der Livingston Avenue, und der Rest des Viertels ist gemischt genutzt. Auch entlang der Third Street, der Mohawk Street und der Whittier Avenue gibt es eine gewisse Konzentration von Unternehmen. Das Village ist hauptsächlich eine Wohngegend mit robusten, roten Backsteinhäusern mit schmiedeeisernen Zäunen entlang baumbestandener, mit Ziegeln gepflasterter Straßen.