Biografien

Apel, Otto

* 30.12.1906 in Vatterode
† 19.03.1966 in Frankfurt am Main
Architekt

Apel wurde am 30. Dezember 1906 in Vatterode (Hessen) geboren. Nach einer Maurerlehre, nahm er eine Lehre in einem Architekturbüro auf und begann 1925 ein Studium an der Baugehwerkschule Kassel, das bis 1927 dauerte. 1928 bis 1929 arbeitet er als Techniker der Stadtverwaltung Kassel. Von 1929 bis 1932 studierte er an der Akademie der Künste in Berlin, tw. Mitarbeit im Privatatelier von Tessenow. Anschließend war er kurze Zeit tätig für das städtische Bauamt in Kassel. Im Jahre 1933 ging er mit Tessenow als dessen Assistent nach Berlin und war dort im Architektenstab (bei der Generalbauinspektion) von Albert Speer tätig, wo er bis Kriegsende an allen größeren Bauprojekten der Nationalsozialisten mitwirkte. 1944/1945 wurde er noch als Soldat förmlich eingezogen. Von 1945 bis 49 war Opel in der Frankfurter Aufbau AG als leitender Architekt der sog. Bi-Zone tätig, dann bis 1953 in einer Arbeitsgemeinschaft mit Letocha, Rohrer, Herdt und Sep Ruf. Im Jahre 1953 gründete er ein eigenes Architekturbüro in zeitweiliger Zusammenarbeit mit Eberhard Brandl sowie mit Skidmore, Owings & Merrill, das er bis 1960 betrieb. In dieser Zeit entwickelte Apel die für seine Bauten charakteristische auskragenden Gesimse und feingliedrigen Aluminiumfensterrahmen mit goldeloxierten Profilen. Ab 1960 arbeitete er in einer Bürogemeinschaft mit Hans Georg Beckert und Gilbert Becker (ABB), die heute mit anderer Besetzung weiterbesteht. Er war ein typischer Vertreter der Nachkriegsarchitekten, der - als Schüler Tessenows dem traditionalistische Bauen verbunden und durch seine Tätigkeit für nationalsozialistische Architektur geprägt - als Überleiter zu den internationalen Tendenzen am Ende der Wiederaufbauzeit gilt. Zu seinen bekannteren Werken zählt ein Büro- und Wohnhaus in der Altstadt von Frankfurt/Main (1956) und die ehemalige Botschaft der USA in Stuttgart (1954 bis 1955). Er starb am 19. März 1966 in Frankfurt/Main.