Biografien

Hundrieser, Emil

* 13.03.1846 in Königsberg
† 30.01.1911 in Berlin.
Bildhauer

Hundrieser wurde am 13. März 1846 in Königsberg geboren. Er studierte von 1865 bis 1868 an der Berliner (Königlichen) Akademie der bildenden Künste Bildhauerei und war dort Meisterschüler Rudolf Siemerings. 1867 folgte ein Parisaufenthalt und 1868 seine erste Ausstellung des Bacchus an der Akademie. Seit 1873 als selbständiger Bildhauer tätig, widmete er sich der Herstellung zahlreicher Dekorationsfiguren für Fassaden und Architekturgestaltungen. 1892 wurde Hundrieser Mitglied der Königlichen Akademie und erhielt 1895 eine Professur. Er wurde 1905 nach Siemering der Direktor des Rauch-Museums (Klosterstraße 76). H. schuf, zunächst beeinflusst vom Naturalismus der Skulpturen Siemerings, später in Reflektion der Arbeiten von Reinhold Begas, zahlreiche Denkmäler und Werke für öffentliche Gebäude, u. a. für das Palais Borsig. Von ihm stammt das Denkmal für Andreas Schlüter (1882-1883) für die TH in Charlottenburg, die Bronzestatue Kaiser Friedrichs III. in Merseburg und das Denkmal der Königin Luise (beide 1895) in Berlin, das Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I. auf dem Kyffhäuser (1896) und das Kolossalstandbild der Berolina (1895), das sich früher auf dem Alexanderplatz (zuvor in der Version von 1889 auf dem Potsdamer Platz anlässlich des Besuchs Umberto I. von Italien in Berlin) befand. Ferner stammt das Kaiserdenkmal für Wilhelm I. auf dem Deutschen Eck in Koblenz von Hundrieser, das 1897 entstand. Er starb am 30. Januar 1911 in Berlin. Beigesetzt ist er auf dem Landeseigenen Parkfriedhof Lichterfelde (Steglitz). Sein Sohn Hans Hundrieser (1872 – 1929) folgte seinem Vater und wurde ebenfalls ein bekannter Bildhauer.